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Literatur und Infos


Interesante Links:


Buch Empehlungen:

  • „Kindersprechstunde“ von den Kinderärzten Michaela Glöckler und Wolfgang Goebel, Verlag Urachhaus. Hier lesen Sie speziell die Kapitel über Rachitis, Kinderkrankheiten und Krankheitsvorbeugung – besonders das Unterkapitel Impfungen. 
  • „Kinder Gesundheitsbuch“ von den Kinderärzten Jan Vagedes und Georg Soldner mit vielen therapeutischen Empfehlungen, auch Medikamenten aus der anthroposophischen Medizin. Kindernotfälle Vergiftungen Atemnot bei Kleinkindern Durchfall und Erbrechen Fieber bei Säuglingen und Kleinkindern Schreiattacken.
  • „Kindheit – aufs Spiel gesetzt“ vom Wert des Spieles für die Entwicklung des Kindes von Gabriele Pohl.

Medizinische Empfehlungen

Hinweise zur Rachitisprophylaxe: Rachitis ist eine Lichtmangelkrankheit – keine Vitaminmangelkrankheit! Das kleine Kind sollte ab der 3. Lebenswoche täglich und möglichst zur Mittagszeit zwei Stunden dem Himmelslicht im Gesicht ausgesetzt werden. Dies muss an der frischen Luft geschehen – Belichtung hinter dem Fenster ist sinnlos. Im Kinderwagen klappe man das Verdeck so weit herunter, dass es noch etwas Windschutz bietet, aber das Licht von oben in den Wagen fallen kann. Das Gesicht des Kindes sollte unbedeckt sein, auch die Stirn. Direkte Sonnenbestrahlung sollte vermieden werden. Wichtigstes Element der von Eltern und Arzt einzuhaltenden Prophylaxe der Rachitis, die nicht ganz selten auch unter ausreichender Belichtung eintreten kann, ist die regelmäßige Untersuchung beim Arzt. Die Abstände der notwendigen Untersuchungen legt der Arzt fest; sie liegen in der Regel zwischen 4 und 6 Wochen im ersten Lebensjahr. Auch im „zweiten” Winter muss in gewissen Abständen das Kind untersucht werden. Die Erfahrung zeigt, dass es gerade am Ende des zweiten Winters zur Rachitis kommen kann. Der so eingeschlagene Weg der Rachitisprophylaxe ist für die Eltern und Ärzte aufwendiger als die routinemäßige, unseres Erachtens aber verhindert dies die sehr schematische und in den meisten Fällen unnötige Gabe von Vitamin D. Ohne die Gabe von Vitamin D ist die Einhaltung der ärztlichen Untersuchungstermine aber zwingend notwendig. Näheres zur Rachitis lesen Sie bitte im Buch „Kindersprechstunde” von Glöcker und Goebel nach.

Atemnot bei Kleinkindern: Die häufigste Form der Atemnot bei Kleinkindern passiert vor allem nachts in liegender Position. Achten Sie hierauf: kein oder nur mäßiges Fieber die Einatmung ist erschwert – ein ziehendes Geräusch oft Heiserkeit bellender, trockener Hustenkeine Schwierigkeiten beim Schlucken, dann handelt es sich um den sogenannten Kruppanfall (auch Infektkrupp oder Pseudokrupp). Keine Panik! Nur in den seltensten Fällen liegt ein echter Notfall vor. Das Kind bleibt rosig und voll wach!

Was tun? Holen Sie das Kind aus dem Bett, wenn es unruhig ist und weint (wenn es weiterschläft liegen lassen). Ruhe ist das Wichtigste! Denn das Kind soll sich beruhigen. Wickeln Sie das Kind in eine warme Decke und gehen Sie mit ihm nach draußen. Dort kann das Kind kühle und in der Regel feuchte Luft einatmen. Oder öffnen Sie die Dusche und lassen das Kind kalten Wasserdampf atmen. Auf eine hohe Luftfeuchtigkeit sollten Sie achten.

Wann besteht ein ernster Notfall? Wenn das Kind trotz Beruhigungsversuchen nach Atem ringt. Wenn gleichzeitig eine erhebliche Schluckstörung vorliegt (Spucke läuft aus dem Mund).Wenn gleichzeitig hohes Fieber besteht.

Durchfall und Erbrechen: Bei Säuglingen und Kleinkindern sind Durchfall und Erbrechen manchmal gefährlich. Es droht erheblicher Flüssigkeitsverlust. In der Regel aber befreit sich der Körper mit Hilfe dieser Mechanismen von krankmachenden Stoffen und Erregern. Ein Notfall besteht daher nur, wenn bedrohliche Flüssigkeitsverluste eintreten.

Wann kann ein Notfall bestehen? Durchfall mit Erbrechen begleitendes hohes Fieber, erhebliche Müdigkeit, schlaffe Muskulatur, Kind sieht hohläugig aus, der Speichel wird zäh, eingeschränkte Reaktionsfähigkeit bis zur Bewusstlosigkeit.

Maßnahmen bei Erbrechen: Keine feste Nahrung, Flüssigkeit in kleinen Mengen zuführen. Bei anhaltendem Erbrechen Flüssigkeit mit Elektrolyten verabreichen. z.B. 100 ml Fencheltee, 100 ml frisch gepressten Orangensaft (durch Haarsieb oder Filter), eine Prise Salz und ein Kaffeelöffel Traubenzucker oder Haushaltszucker. Oder industrielle Fertiglösungen (GES, Oralpädon). Nach zwei Stunden etwas festere Nahrung in kleinen Mengen z.B. Zwieback, nach vier Stunden langsamer Aufbau der normalen Kost z.B. mit Möhren, Reis, geriebener Apfel, Medikamente in der Regel vermeidbar. Bei heftigem, anhaltenden Durchfall auf die Flüssigkeitsbilanz achten, mehr Tee zufüttern, leicht verdauliche Kost: Altbackenes Weißbrot, dünne Suppen, Reis, Möhren, Nudeln, Kartoffelbrei.

Schreien bei Säuglingen: Häufig werden Eltern durch anhaltendes und durch nichts zu behebendes Schreien ihrer Säuglinge sehr verunsichert. Nur selten verbergen sich hinter diesen Schreizuständen ernst zu nehmende Krankheiten.

Achten Sie daher auf folgende Warnzeichen: das Kind wimmert nur noch, schlaffe Muskulatur, Erbrechen, Fieber, Durchfälle, Bewusstsein getrübt. Hier sollten Sie ärtzlichen Kontakt aufnehmen. 

Bei heftigem lautem Schreien, kräftige Bewegungen, rotes Gesicht und zorniger Ausdruck sind positive Zeichen. Meistens ist hier keine Therapie erforderlich.