Anthroposophische Medizin

Ein ganzheitliches Verständnis von Gesundheit und Krankheit

Die anthroposophische Medizin wurde vor über 100 Jahren von Rudolf Steiner und der Ärztin Ita Wegman begründet. Sie versteht sich als Erweiterung der naturwissenschaftlich orientierten Medizin und betrachtet den Menschen in seiner körperlichen, seelischen und geistigen Dimension.

Im Mittelpunkt steht nicht allein die Erkrankung eines einzelnen Organs oder Körpersystems, sondern der Mensch in seiner Gesamtheit. Gesundheit und Krankheit werden als Ausdruck eines dynamischen Gleichgewichts verstanden, das sich im Laufe des Lebens immer wieder verändert.


Der Mensch als individuelle Persönlichkeit

Jeder Mensch bringt seine eigene körperliche Konstitution, seine persönliche Lebensgeschichte und seine individuelle Entwicklung mit. Deshalb können gleiche Erkrankungen bei verschiedenen Menschen unterschiedlich verlaufen und unterschiedliche therapeutische Ansätze erfordern.

Die anthroposophische Medizin versucht daher, neben den körperlichen Beschwerden auch die persönliche Situation des Menschen in die Diagnostik und Behandlung einzubeziehen.


Krankheit als Entwicklungsgeschehen

Krankheit wird nicht ausschließlich als Funktionsstörung einzelner Organe verstanden, sondern als ein Geschehen, das den ganzen Menschen betrifft.

Sie kann Ausdruck eines vorübergehenden Ungleichgewichts sein und zugleich Möglichkeiten zur Entwicklung und Neuordnung der Lebenskräfte eröffnen. Ziel der Behandlung ist es, diese Prozesse zu begleiten und die natürlichen Regulations- und Selbstheilungskräfte des Organismus zu unterstützen.


Diagnostik

Die Grundlage jeder Behandlung bildet eine sorgfältige ärztliche Diagnostik.

Dabei werden die bewährten Untersuchungsmethoden der modernen Medizin genutzt. Ergänzend werden Gesichtspunkte berücksichtigt, die sich aus der anthroposophischen Menschenkunde ergeben und den Menschen in seiner individuellen Gesamtsituation betrachten.


Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung und der individuellen Situation des Patienten.

Je nach Befund können anthroposophische Arzneimittel und weitere anthroposophische Therapieverfahren eingesetzt werden. Die Auswahl erfolgt individuell und wird gemeinsam mit dem Patienten besprochen.

Die anthroposophische Medizin versteht sich dabei als integrativer Ansatz, der schulmedizinische Diagnostik und Therapie mit anthroposophischen Behandlungsmöglichkeiten verbindet.


Ziel der Therapie

Ziel der Behandlung ist nicht allein die Beseitigung einzelner Symptome.

Im Mittelpunkt steht die Unterstützung der körpereigenen Regulations- und Selbstheilungskräfte sowie die Förderung eines möglichst stabilen gesundheitlichen Gleichgewichts.

Dabei sollen sowohl die akuten Beschwerden gelindert als auch die individuellen Entwicklungsmöglichkeiten des Menschen berücksichtigt werden.


Einsatzgebiete

Die anthroposophische Medizin kann sowohl bei akuten als auch bei chronischen Erkrankungen angewendet werden.

Sie kommt je nach individueller Situation ergänzend zu den bewährten Verfahren der modernen Medizin zum Einsatz. Welche Behandlung im Einzelfall sinnvoll ist, wird nach sorgfältiger Diagnostik gemeinsam mit dem Patienten entschieden.


Das ärztliche Gespräch

Ein wesentlicher Bestandteil der anthroposophischen Medizin ist das persönliche Gespräch.

Neben den aktuellen Beschwerden werden dabei auch der bisherige Krankheitsverlauf, die Lebenssituation sowie individuelle Fragestellungen berücksichtigt. Ziel ist es, ein möglichst umfassendes Verständnis der gesundheitlichen Situation zu gewinnen und daraus ein auf den einzelnen Menschen abgestimmtes Behandlungskonzept zu entwickeln.


Unser Verständnis

Wir verbinden die Möglichkeiten der modernen hausärztlichen Medizin mit den Grundlagen der anthroposophischen Medizin.

Dabei stehen der einzelne Mensch, seine individuelle Lebenssituation und eine sorgfältige ärztliche Begleitung im Mittelpunkt unseres Handelns.